Während wir in den vorangegangenen Kapiteln unser Verständnis von Armut erläutert haben und die theoretischen, definitorischen sowie methodischen Grundlagen vorgestellt wurden, wenden wir uns nun der Stadt Regensburg und ihrer demografischen sowie sozialen Struktur zu. Bereits hier lassen sich erste Erkenntnisse gewinnen, welche Aspekte für das Thema Armut in Regensburg besonders relevant sind und welche Personengruppen potenziell besonders betroffen sein könnten. Der folgende Abschnitt zeichnet somit den Hintergrund, vor dem die weiteren Analysen in Teil II des Berichts erfolgen. Dies geht nicht ohne eine gewisse Menge an Zahlen und ausgewählten Statistiken bezüglich Bevölkerung, Alter, Haushalte, Familien, Migration usw. die wir in kurzer und übersichtlicher Form darstellen wollen.
Was macht die Stadt Regensburg jenseits von Weltkulturerbe und erfolgreichem Wirtschaftsstandort aus? Wo gibt es Ähnlichkeiten und Unterschiede zu vergleichbaren Städten? Eine gute Möglichkeit für einen solchen Vergleich bieten die 11 Demografietypen deutscher Städte und Kommunen, die von der Initiative „Wegweiser Kommune“ der Bertelsmann Stiftung entwickelt wurden.
„Elf Demografietypen führen Städte und Gemeinden auf der Basis von ähnlichen Kennzahlenausprägungen in Gruppen zusammen. Je Typ werden Herausforderungen, Potenziale und konkrete Handlungsansätze beschrieben – u.a. in Bezug auf Stadtentwicklung, Mobilität, Digitalisierung, Geflüchtete, Partizipation, Familien- oder Seniorenpolitik“.1
Regensburg entspricht nach dieser Einteilung dem Demografietypus 7: „Großstädte und Hochschulstandorte mit heterogener sozioökonomischer Dynamik.“ In dieser Gruppe finden sich Städte wie Fürth oder Würzburg, aber auch größere Städte wie Nürnberg oder München. Deutschlandweit werden diesem Typus 77 Städte zugeordnet.2
Abbildung 1: Ausprägungen soziodemografischer Merkmale in Regensburg im Vergleich zu durchnittlichen Werten des Demografietyps 7

Quelle: Wegweiser Kommune3
Bei den Städten des Demografietyps 7 handelt sich dabei überwiegend um Universitäts- und Großstädte mit überdurchschnittlicher Bevölkerungsentwicklung, vielen Hochqualifizierten an Wohn- und Arbeitsort, einem hohen Maß an Urbanität und eine große Bedeutung als Wirtschaftsstandort.
Während diese Elemente für eine hohe Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit sprechen, sieht sich dieser Typus von Stadt allerdings auch großen Herausforderungen gegenüber: Eine hohe Zahl an Einpersonenhaushalten mit geringer Kaufkraft und hohe Soziallasten für die Kommune durch eine überdurchschnittliche SGB II Quote sind ebenfalls typische Merkmale für diese Kommunen.4 Das Element der Einpersonenhaushalte ist in Regensburg besonders ausgeprägt, die Stadt hat den höchsten Anteil dieser Haushaltsform im Bundesgebiet.
Wesentliche weitere Merkmale des Typ 7 sind eine eher jüngere Bevölkerung, geringe Familienprägung und ein hoher Anteil an Migrantinnen und Migranten.
Wie sich diese Merkmale in Regensburg darstellen und was diese Strukturen mit Armut in der Stadt verbindet, stellen wir Ihnen auf den nächsten Seiten und im weiteren Verlauf des Berichts vor.
1 Wegweiser Kommune o. J.: Typisierung (https://www.wegweiser-kommune.de/demografietypen; Zugriff 27.12.2024).
2 Zur Methodik siehe: https://www.wegweiser-kommune.de/methodik (Zugriff: 27.12.2024).
3 Wegweiser Kommune o. J.: Demografietyp 7, Regensburg (https://www.wegweiser-kommune.de/daten/demografietypen+regensburg+2018+netzdiagramm; Zugriff: 22.03.2025).
4 Wegweiser Kommune: Typisierung (https://www.wegweiser-kommune.de/documents/20125/132144/Typ+7.pdf/0c94ae19-d800-f091-6b69-74d955bc08f0?t=1624448844898; Zugriff 27.12.2024).
Befasst man sich mit Armut auf Ebene des Bundes, der Länder und der Kommunen, stechen bestimmte Gruppen immer als besonders gefährdet hervor. Die folgende Grafik zeigt die in Bayern am meisten von Armut gefährdeten Menschen nach soziodemografischen Merkmalen wie Alter, Familienform oder Bildung:
Abbildung 2: Armutsgefährdungsquote in Bayern nach soziodemografischen Merkmalen in % gemessen am Landesmedian

Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder 20255
Solche Zahlen liegen für die Stadt Regensburg als Bezugsgröße nicht vor. Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder weisen jedoch eine allgemeine Armutsgefährdungsquote für die Raumordnungsregion Regensburg – neben Stadt und Landkreis Regensburg gehören hier noch die Landkreise Cham, Kelheim und Neumarkt in der Oberpfalz hinzu – aus. Seit dem letzten Armutsbericht der Stadt 2011 hat sich diese von 14,2 % auf 16,5 % im Jahr 2023 erhöht. Diese Entwicklung ähnelt der bundesweiten, weicht jedoch von der in Bayern zuletzt sinkenden Armutsgefährdungsquote ab, seit 2017 steigt die Armut in der Region.
Abbildung 3: Armutsgefährdungsquoten in bayerischen Raumordnungsregionen sowie Bayern und Deutschland (Landesmedian)

Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder6
Inwieweit die Armutsgefährdungsquote in der Raumordnungsregion Regensburg mit der in der Stadt Regensburg einherging, lässt sich aus diesen Zahlen tatsächlich nicht direkt herauslesen, hierfür müssten eigene Erhebungen durchgeführt werden. Allerdings kann die Armutsgefährdung in der Region nur dann gestiegen sein, wenn auch zumindest einige ihrer Teilgebiete – darunter sehr wahrscheinlich auch die Stadt – einen Anstieg verzeichneten. Dafür spricht insbesondere, dass das verfügbare Einkommen seit 2011 in keinem der Gebiete der Raumordnungsregion Regensburg geringer zugenommen hat als in der Stadt Regensburg. Genaue Aussagen zur Armutsgefährdungsquote in der Stadt sind auf dieser Basis – dies sei nochmals betont – nicht gesichert möglich.
Im Berichtszeitraum für das Jahr 2022 hatte Regensburg laut Daten des Zensus für 2022 eine Einwohnerzahl von 145.901 Personen7. Die Geschlechterverteilung in der Stadt weist mit 48,7 % Männern und einem Anteil von 51,3 % Frauen keine besonderen Auffälligkeiten auf, dennoch sei daran erinnert: Frauen haben in der Tendenz ein höheres Armutsrisiko als Männer. Die Armutsgefährdungsquote von Frauen in Bayern liegt bei 16,3 %, knapp drei Prozentpunkte höher als bei Männern. Besonders von Armutsgefährdung betroffen sind junge Frauen zwischen 18 und 25 Jahren mit einer Quote von 22,4 % sowie Frauen über 65 Jahren mit 24,5 %.
Das Durchschnittsalter in der Stadt liegt mit 41,5 Jahren unter dem Schnitt von Bayern mit 44 Jahren.8 Regensburg ist also demographisch eine eher junge Stadt. Dies hängt sicherlich auch mit dem hohen Anteil an Studierenden in der Stadtbevölkerung zusammen. Weiterhin sind die ausländischen Stadtbewohnerinnen und -bewohner mit 34,4 Jahren im Schnitt deutlich jünger als die deutsche Wohnbevölkerung (mit 42,8 Jahren). Die Altersgruppen verteilen sich laut Zensus wie folgt:9
Abbildung 4: Prozentuale Altersverteilung in Regensburg

Quelle: Eigene Berechnung und Darstellung nach Zensus 202210
Generelle demographische Probleme der Überalterung, wie sie für andere Kommunen eine Rolle spielen, sind in Regensburg derzeit noch nicht dominant sichtbar. Jenseits der Demographie spielen die spezifischen Probleme der älteren und hochaltrigen Bevölkerungsteile in der Stadtgesellschaft allerdings durchaus eine Rolle: Die besonders niedrige Rentenkaufkraft in Regensburg und die steigende Zahl an älteren Alleinlebenden kommen verstärken finanzielle Engpässe und soziale Isolation. Diese Problematik wird an anderer Stelle vertieft.
Betrachtet man die räumliche Verteilung älterer Menschen auf das Stadtgebiet, ergibt sich ein eindeutiges Bild:
Abbildung 5: Altenquotient: Einwohner im Alter von 65 Jahren und älter pro 100 Einwohner von 20 bis 65 Jahren

Quelle: Stadt Regensburg 202211, gelbe Pfeile nachträglich eingefügt
Sehr viele ältere Menschen leben im Stadtnorden, wie zum Beispiel mit einem Anteil von jeweils 48 % in der Isarstraße Ost (23) und am Sallerner Berg (12). Mit einem Altenquotient von 59 % leben anteilig die meisten älteren Menschen an der westlichen Außengrenze Regensburgs (60).
5 Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2025: A.3 Armutsgefährdungsquoten (https://www.statistikportal.de/de/sbe/ergebnisse/einkommen-armutsgefaehrdung-und-soziale-lebensbedingungen/armutsgefaehrdung-und-5; Zugriff: 12.03.2025).
6 Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2025: A.5 Armutsgefährdungsquoten (https://www.statistikportal.de/de/sbe/ergebnisse/einkommen-armutsgefaehrdung-und-soziale-lebensbedingungen/armutsgefaehrdung-und-7; Zugriff: 22.03.2025).
7 Bayerisches Landesamt für Statistik 2024: Zensus 2022 Zahlen und Eckdaten für Regensburg (https://www.zensus2022.bayern.de/index.html; Zugriff: 27.11.2024).
8 Bayerisches Landesamt für Statistik 2024: Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für Bayern bis 2042. Demographisches Profil für die Kreisfreie Stadt Regensburg, S. 9f.
9 Bayerisches Landesamt für Statistik 2024: Zensus 2022 Zahlen und Eckdaten für Regensburg (https://www.zensus2022.bayern.de/index.html; Zugriff: 27.11.2024), S. 6.
10 Bayerisches Landesamt für Statistik 2024: Zensus 2022. Zahlen und Eckdaten für Regensburg (Kfr.St), S. 6.
11 Stadt Regensburg 2022: Sozial- und Demographiemonitoring (https://www.regensburg.de/fm/121/sozial-demographiemonitoring-2022.pdf; Zugriff: 18.03.2025).
Im Jahr 2022 waren 51,2 % der Einwohnenden der Stadt ledig, 35,0 % waren verheiratet oder lebten in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Weiterhin sind in Regensburg 5,6 % der Stadtbevölkerung Witwen und Witwer und 7,9 % Geschiedene.12 Der größte Teil der Regensburger Bürgerschaft ist damit ledig, was den Ruf der Stadt als Singlehochburg unterstreicht. Die folgende Abbildung zeigt die Haushaltstruktur der Stadt nach der Haushaltszusammensetzung:
Abbildung 6: Haushalte nach Haushaltsgröße

Quelle: Eigene Darstellung nach Zensus 202213
Die Einpersonenhaushalte stellen mit einem Anteil von 58,6 % die Mehrheit der Haushalte in der Stadt. Zur Erinnerung: Auch Alleinlebende sind mit einer Armutsgefährdungsquote von 26,9 % besonders häufig armutsgefährdet. Bereits im letzten Armutsbericht von 2011 war mit 52,7 % ein hoher Anteil an Alleinlebenden zu verzeichnen, der sich seitdem nochmals deutlich erhöht hat.14 Dies ist nicht nur auf eine hohe Zahl alleinlebender Studierender zurückzuführen: Seit dem Jahr 2022 erhöhte sich die Zahl der Single-Haushalte von Rentnerinnen und Rentnern in Regensburg um 28,5 %, und war somit der Haushaltstyp mit der stärksten Zunahme in diesem Zeitraum.15
In der Gesellschaft des langen Lebens sind es gerade Frauen, die ihre männlichen Partner überleben, denn ihre Lebenserwartung ist deutlich höher. Damit wächst auch der Anteil der weiblichen Einzelhaushalte mit zunehmendem Alter immer weiter an. Diese Haushalte wiederum sind allerdings besonders armutsgefährdet. Hieraus ergibt sich langfristig eine Dynamik, die sich z. B. in der Dimension des Wohnens, aber auch im psychosozialen Kontext niederschlägt: Einsamkeit und Alter sind hier ein wichtiges Thema.
Die insgesamt hohe Zahl an Alleinlebenden in der Stadt liegt deutlich über den Durchschnittswerten im Bund: Auf Bundesebene sind „nur“ 40,8 % der Haushalte Alleinlebende.16
Steigt man etwas tiefer in die Haushaltsformen ein, ergibt sich ein weiterer auffälliger Befund:
Abbildung 7: Haushalte nach Familienform

Quelle: Eigene Darstellung nach Zensus 202217
Nur 19,6 % der Haushalte in Regensburg sind Familienhaushalte mit Kindern, davon sind nur allerdings mehr als ein Viertel Haushalte von Alleinerziehenden. Auf Bundesebene sind von den Familienhaushalten circa 20 % alleinerziehend, für den Freistaat Bayern ergibt sich ein ähnlicher Wert.18 Der Anteil an Alleinerziehenden in Regensburg liegt also deutlich über dem Durchschnittswert von Bayern und des Bundes. Hier muss jedoch berücksichtigt werden, dass es eine Differenz zwischen Städten und dem ländlichen Raum gibt. Als Faustregel kann man sagen: „Je größer die Stadt, desto höher die Anteilswerte der Alleinerziehenden“.
Der Wert in Regensburg liegt jedoch auch unter Berücksichtigung dieses Effekts recht hoch.19 Zur Erinnerung: Die Haushalte von Alleinerziehenden sind mit einer Armutsgefährdungsquote von 36,8 % besonders oft von materieller Armut betroffen, hier findet sich eine Gruppe mit sehr hohem Armutsrisiko in der Stadtgesellschaft.
Die Alleinerziehenden verteilen sich laut dem Sozialindex von 2023 wie folgt über das Regensburger Stadtgebiet:
Abbildung 8: Alleinerziehendenanteil nach Stadtgebieten

Quelle: Regensburger Sozialindex 202320, gelbe Pfeile nachträglich eingefügt
Der Anteil an Alleinerziehenden in Regensburg weist eine deutliche räumliche Konzentration auf: Besonders hohe Alleinerziehenden-Quoten sind mit zwischen 30 und 38 % in den Bereichen Burgweinting West (70), Kasernenviertel Ost (35) und Kumpfmühl (39) zu verzeichnen. In diesen Stadtteilen lebt damit mehr als jede dritte Familie mit Kindern in einer alleinerziehenden Konstellation.
Die räumliche Verteilung von Alleinerziehenden auf die Stadt weist Überschneidungen mit Gebieten auf, die noch weitere Besonderheiten aufweisen. Es ist anzunehmen, dass sich soziale Herausforderungen in diesen Räumen verdichten, etwa in Bezug auf finanzielle Belastungen oder eingeschränkte Teilhabechancen. Die Wohnkostenbelastung für Alleinerziehende ist dabei ein relevanter Faktor und wird in einem späteren Abschnitt vertieft behandelt.
12 Bayerisches Landesamt für Statistik 2024: Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für Bayern bis 2042. Demographisches Profil für die Kreisfreie Stadt Regensburg, S. 7.
13 Bayerisches Landesamt für Statistik 2024: Zensus 2022 Zahlen und Eckdaten für Regensburg. (https://www.zensus2022.bayern.de/index.html; Zugriff: 27.11.2024), S. 12.
14 Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2015: Zensus 2011. Haushalte und Familien. Endgültige Ergebnisse (https://www.zensus2011.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/Aufsaetze_Archiv/2015_07_BY_Haushalte-Familien.pdf?__blob=publicationFile&v=2;%5bAbrufdatum; Zugriff: 01.01.2025), S. 13.
15 Stadt Regenburg: Bevölkerungsstatistik der Stadt Regensburg (https://www.regensburg.de/buergerservice/statistik; Zugriff: 01.01.2025).
16 Auf Bundesebene verteilen sich diese Einpersonenhaushalte auf folgende Gruppen 51 % Ledige, 25 % Verwitwete und 19 % Geschiedene. Große Haushalte mit vier und mehr Personen sind in Regensburg deutlich geringer vertreten als im Bundesgebiet.
17 Bayerisches Landesamt für Statistik 2024: Zensus 2022 Zahlen und Eckdaten für Regensburg (https://www.zensus2022.bayern.de/index.html; Zugriff: 27.11.2024), S. 12.
18 Destatis 2023: 15 % der Alleinerziehenden mit Kindern unter 18 Jahren sind Väter (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2023/PD23_20_p002.html; Zugriff: 12.03.2025).
Bayrisches Landesamt für Statistik 2023: Zum Muttertag: 41 Prozent der alleinerziehenden Mütter in Bayern 2022 mit weniger als 1 500 Euro monatlichem Nettoeinkommen (https://www.statistik.bayern.de/presse/mitteilungen/2023/pm118/index.html; Zugriff: 24.10.2024).
Nach den Erstergebnissen des Mikrozensus gibt es im Jahr 2022 in Bayern 1,9 Millionen Familien, sogenannte Eltern-Kind-Gemeinschaften, die gemeinsam in einem Haushalt leben. In 1,3 Millionen Familien sind die Kinder noch minderjährig. Bei 80 % der Familien leben Mütter und Väter in Partnerschaften (Ehe oder Lebensgemeinschaft), 20 % machen Alleinerziehende aus. Das entspricht in etwa 390 000 Familien. 82 % der Alleinerziehenden sind Frauen.
19 Je kleiner eine Stadt oder eine Gemeinde ist, desto niedriger ist der Anteil der Alleinerziehenden. In Gemeinden von unter 5 000 Einwohnern machen alleinerziehende Mütter und Väter nur 15 % der Familien aus. Im großstädtischen Raum ab 500 000 Einwohnern liegt der Anteil dagegen bei 23 %. Siehe auch: Destatis 2018: Pressekonferenz „Alleinerziehende in Deutschland 2017“ (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenzen/2018/Alleinerziehende/statement-alleinerziehende.pdf?__blob=publicationFile; Zugriff: 24.10.2024).
20 Stadt Regensburg 2023: Regensburger Sozialindex (https://www.regensburg.de/fm/121/statisitk-regensburger-sozialindex-2023.pdf; Zugriff: 12.03.2025).
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass sich Regensburg im Vergleich mit anderen bayerischen Großstädten bei der Arbeitsmarktentwicklung seit 2011 im Mittelfeld befindet. Die Arbeitslosenquote lag in der Stadt seit 2011 immer über dem bayerischen Durchschnittswert. Hier sei daran erinnert: Arbeitslose Menschen haben ein erhöhtes Armutsrisiko.
Auch wenn man Regensburg tendenziell gern als dynamischen Wirtschafts- und Arbeitsmarktstandort bezeichnet, zeigen die Werte, dass Regensburg, im bayernweiten Vergleich, nicht wirklich an der Spitze des Arbeitsmarkts liegt.
Die Arbeitslosenquote in Regensburg ist allerdings 2022 sowie 2023 niedriger als im Jahr des letzten Armutsberichts 2011. Lag die Arbeitslosenquote bezogen auf alle abhängige Erwerbspersonen 2011 noch bei 5,4 % sank sie bis 2018 auf 3,5 %. Seitdem ist ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu beobachten. Zwar fielen nach dem Hoch von 4,8 % im Jahr 2020 (wohl auch ein Effekt von Corona) die Zahlen leicht, stiegen von 2022 auf 2023 jedoch wieder auf 4,5 %. In Bayern lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote für 2022 bei 3,1 %, im Bund im Vergleich bei 5,3 %.21
Abbildung 9: Arbeitslosenquote in Regensburg (Monatswerte) 2011-2024

Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit 202422
Während jedoch die Arbeitslosenquote – und damit die Zahl der Arbeitslosen – in Regensburg in den letzten Jahren zunahm, entwickelte sich die Zahl der offenen Stellen in der Stadt in die entgegengesetzte Richtung:
Abbildung 10: Gegenüberstellung Arbeitslose und offene Stellen in Regensburg

Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit 202423
Insgesamt ist die Arbeitslosigkeit in Regensburg also kleiner als im Bundesdurchschnitt, jedoch unterstreichen die Entwicklungen der letzten Jahre, dass sie im Zuge kommunaler Armutsforschung als relevanter Faktor zu berücksichtigen ist.
Dies gilt auch für den Niedriglohnsektor und geringes Einkommen als einen möglichen Grund für Armut: Der Statistik der Bundesagentur für Arbeit ist zu entnehmen, dass in Regensburg im Jahr 2022 12,5 % der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten im „unteren Entgeltbereich“ arbeiteten. 2022 arbeitete also jeder achte Vollzeitbeschäftigte in Regensburg im Niedriglohnsektor. Dies ist kein besonders auffälliger oder hoher Wert, spielt aber für die weitergehende Analyse noch eine Rolle. Die Themen Arbeitsmarkt, Einkommen, Niedriglohn, etc. werden separat noch intensiv behandelt, daher bleibt es an dieser Stelle bei dieser kurzen Übersicht.
Hinsichtlich der räumlichen Verteilung von Arbeitslosen auf das Stadtgebiet ergibt sich nach dem Sozialindex der Stadt folgendes Bild: Die höchsten Arbeitslosenquoten liegen mit 9,1 % für das Gebiet der Isarstraße Ost (23) vor, gefolgt vom Areal rund um den Weinweg (51) mit 6,3 % sowie Wutzlhofen (17) und dem östlichen Kasernenviertel (35) mit jeweils 6,1 %. Im Gebiet um den Weinweg bzw. die nördliche Westheimsiedlung (5,1) ist der mit Abstand größte Zuwachs seit 2021 von 4,1 % zu beobachten.
Abbildung 11: Anteil an Arbeitslosen nach Stadtgebieten

Quelle: Regensburger Sozialindex 202324, gelbe Pfeile nachträglich eingefügt
Ein letzter Hinweis an dieser Stelle: Nach dem Institutionenansatz, der bekanntlich besagt, dass arm ist, wer Unterstützung empfängt, kann Langzeitarbeitslosigkeit und der Bezug von Leistungen nach dem SGB II auch als starkes Indiz für Armut gewertet werden. Die folgende Abbildung zeigt die Entwicklung der Bedarfsgemeinschaften im Leistungsbezug nach SGB II. Seit dem letzten Berichtszeitraum im Jahr 2011 hat die Zahl deutlich abgenommen, auch wenn sie in den Jahren 2023 und 2024 wieder etwas zunimmt.
Abbildung 12: Anzahl Bedarfsgemeinschaften nach SGB II

Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit25
21 Bayerisches Landesamt für Familie, Arbeit und Soziales 2022: Jahresbilanz des Arbeitsmarktes in Bayern 2022 (https://www.stmas.bayern.de/imperia/md/content/stmas/stmas_inet/arbeit/jd_2022-faktenblatt_maq.pdf; Zugriff: 02.01.2025).
22 Bundesagentur für Arbeit 2024: Zeitreihen – Arbeitslosigkeit (https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Navigation/Statistiken/Interaktive-Statistiken/Zeitreihen/Lange-Zeitreihen-Nav.html?Fachstatistik%3Dalo%26DR_Gebietsstruktur%3Dkr%26Gebiete_Region%3DKreis%26DR_Region%3D09362000%26DR_Region_kr%3D09362000%26DR_RK%3Dinsg%26mapHadSelection%3Dfalse%26toggleswitch_saison%3D0; Zugriff: 21.11.2024).
23 Bundesagentur für Arbeit 2024: Zeitreihen – Arbeitslosigkeit (https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Navigation/Statistiken/Interaktive Statistiken/Zeitreihen/Lange-Zeitreihen Nav.html?Fachstatistik%3Dalo%26DR_Gebietsstruktur%3Dkr%26Gebiete_Region %3DKreis%26DR_Region%3D09362000%26DR_Region_kr%3D09362000%26map HadSelection%3Dfalse; Zugriff: 21.11.2024).
24 Stadt Regensburg 2023: Regensburger Sozialindex (https://www.regensburg.de/fm/121/statisitk-regensburger-sozialindex-2023.pdf; Zugriff: 12.03.2025).
25 Bundesagentur für Arbeit 2024: Grundsicherung für Arbeitssuchende nach SGB II. Daten wurden vom Jobcenter Regensburg zur Verfügung gestellt.
Regensburg ist eine Stadt der Bildung. An der Universität Regensburg, der OTH Regensburg und der Hochschule für katholische Kirchenmusik waren im Jahr 2022 mehr als 31.000 Studierende eingeschrieben. Ein großer Bevölkerungsanteil mit hoher Bildung ist ein Merkmal des Demografietyps 7, dieses Merkmal ist in Regensburg besonders ausgeprägt. Dies liegt auch an den vielen Studierenden im Bevölkerungsschnitt.
Die Hochschulen und ihre Studierenden prägen das Lebensgefühl der Stadt in erheblichem Ausmaß und sorgen im Vergleich zwischen der Stadt Regensburg und dem Freistaat Bayern für den bereits erwähnten überdurchschnittlichen Anteil an hohen Bildungsabschlüssen im Zensus der Stadt. Das Thema Bildung wird in einem eigenen Kapitel noch vertieft behandelt. An dieser Stelle möchten wir daher nur einen kurzen ersten Überblick geben.
Studierende werden in Armutsberichten nur selten thematisiert, sie sind allerdings sehr häufig von Armut betroffen (siehe Kasten). Eine gründliche Untersuchung des Ausmaßes und der Folgen der Armutsgefährdung bei Studierenden und auch Auszubildenden wäre für einen der nächsten Armutsberichte dringend zu empfehlen, da die Studierenden einen bedeutsamen Teil der Stadtbevölkerung stellen.
„Gut ein Drittel (35 %) aller Studierenden und 18 % aller Auszubildenden waren laut EU-SILC 2023 armutsgefährdet – unabhängig davon, ob sie allein, in WGs oder im Elternhaus wohnten. Höher war das Armutsrisiko für diejenigen, die allein oder ausschließlich mit anderen Studierenden und Auszubildenden zusammenlebten: Unter ihnen betrug die Armutsgefährdungsquote der Studierenden 77 % und der Auszubildenden 54 %.“26
Regensburg weist im Bereich Bildung typische Merkmale einer Großstadt des Demografietyps 7 auf: eine Universitätsstadt mit vielen hochqualifizierten Einwohnenden. Der Anteil dieser Hochqualifizierten an den beruflichen Abschlüssen kann der folgenden Tabelle entnommen werden:
Tabelle 1: Höchster beruflicher Abschluss in Prozent, Regensburg, Bayern

Quelle: Eigene Darstellung nach Zensus 202227
Die Stadt hat jedoch nicht nur hochqualifizierte Bewohnerinnen und Bewohner. Wie die obige Tabelle zeigt, schwanken die Werte zwischen sehr hohen Bildungsabschlüssen oder aber gar keinen Bildungs- und Berufsabschlüssen.28
Auffällig: Die Zahlen für Migrantinnen und Migranten ohne Abschluss sind sehr hoch und liegen auch über denen vergleichbarer bayerischer Städte wie Fürth (49,8 %), Ingolstadt (45,7 %) oder Würzburg (45,4 %). Zentral ist hier oft die fehlende Anerkennung ausländischer Bildungs- und Berufsabschlüsse, wodurch viele Menschen trotz vorhandener Qualifikation vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen bleiben.
Gleichzeitig zeigt sich ein enger Zusammenhang zwischen niedrigem Bildungsniveau und Langzeitarbeitslosigkeit: In Regensburg verfügen 17,2 % der Langzeitarbeitslosen über keinen Schulabschluss, und mehr als die Hälfte hat keinen Berufsabschluss29 – ein deutlicher Risikofaktor für dauerhafte Erwerbslosigkeit und Armut.
In Regensburg lebt also eine überdurchschnittliche Zahl an Menschen mit akademischen Abschlüssen und sehr guter Ausbildung auf der einen Seite. Anderseits gibt es aber auch eine große Spreizung in die gegenteilige Richtung – besonders bei den migrantischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Auch dies spiegelt die von der Bertelsmann Stiftung und dem Wegweiser-Kommune vorgenommene Typisierung wider.
26 Destatis 2024: Die Hälfte der Studierenden mit eigener Haushaltsführung hat weniger als 867 Euro im Monat zur Verfügung (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/08/PD24_N044_62.html; Zugriff: 29.12.2024).
27 Bayerisches Landesamt für Statistik 2024: Zensus 2022 Zahlen und Eckdaten für Regensburg (https://www.zensus2022.bayern.de/index.html; Zugriff: 27.11.2024), S. 9.
28 Wegweiser Kommune 2020: Demografietypisierung 2020 Typ 7: Großstädte und Hochschulstandorte mit heterogener sozioökonomischer Dynamik (https://www.wegweiser-kommune.de/documents/20125/132144/Typ+7.pdf/0c94ae19-d800-f091-6b69-74d955bc08f0?t=1624448844898; Zugriff: 05.12.2024).
29 Bundesagentur für Arbeit 2024: Langzeitleistungsbeziehende (LZB) (Monatszahlen). Deutschland, West/Ost, Länder und Jobcenter Mai 2024 (https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/202405/iiia7/lzb-lzb-strukturen/lzb-strukturen-dljc-0-202405-xlsx.xlsx?__blob=publicationFile&v=1; Zugriff: 22.02.2025).
Wie bereits erwähnt, zeichnen sich Städte und Kommunen des Demografietyps 7 durch eine hohe Zuwanderung aus. Wie gestaltet sich dies in Regensburg?
Mit einem Anteil von 18,5 % sind insgesamt knapp 27.000 Einwohnerinnen und Einwohner von Regensburg ausländische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger – ein Wert, der im Vergleich zu anderen bayerischen Großstädten als verhältnismäßig niedrig einzustufen ist. In Nürnberg sind dies z.B. 26,1 %, in Augsburg 24,8 %.
Die Entwicklung verläuft dynamisch: Im Berichtsjahr 2011 lag der Anteil noch bei 10 %: die Zahl der ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger hat sich seitdem also fast verdoppelt.30 Diese knapp 20 % der Stadtbevölkerung kommen zu ca. zwei Drittel aus europäischen Ländern, insbesondere aus Rumänien, Bulgarien, Ukraine, Kosovo, Kroatien und Italien. Weiterhin gehören Syrien, Türkei und Irak zu den häufigsten Herkunftsländern in Regensburg.31
Menschen mit Migrationshintergrund und Ausländerinnen und Ausländer haben in der Bundesrepublik ein erhöhtes Armutsrisiko. Dies gilt, wie oben gezeigt, auch für Bayern und besonders für ältere Migrantinnen und Migranten: Über 65-jährige Menschen mit Migrationshintergrund sind laut Integrationsmonitoring Bayern mit einem prozentualen Anteil von 40,5 % von Armut betroffen. Dies trifft besonders Frauen, deren Anteil mit 43,3 % über dem ebenfalls hohen Wert von 37 % der Männer liegt. Altersarmut in Bayern ist also stark mit dem Merkmal Migration verknüpft. Zudem spielt der Faktor Geschlecht eine wichtige Rolle.
Insgesamt beträgt bei in Bayern lebenden Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit die Armutsgefährdungsquote 27,3 %. Neben den bereits erwähnten Älteren und Alten sind ausländische Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit einem Prozentsatz von knapp 42 % besonders stark betroffen. Der Zuzugszeitraum ist ebenfalls ein wichtiger Faktor: Während die Armutsrisikoquote bei den im Zeitraum zwischen 1956 – 1986 zugewanderten Menschen auch schon einen hohen Wert von 22,6 % aufweist, sind sogar 34,3 % der Menschen, die nach 2015 zugewandert sind, von Armut betroffen.32
Zieht man erneut den Institutionenansatz zur Bestimmung von Armut heran, zeigt sich diese Entwicklung der Armutsbetroffenheit bei Migrantinnen und Migranten auch in Regensburg. Nimmt man den Anteil von ausländischen Menschen an der Gesamtzahl an Personen in Bedarfsgemeinschaften, so steigt dieser von 22,5 % im Jahr 2012 auf 54,5 % im Jahr 2023 und hat sich demnach mehr als verdoppelt. Der enorme Anstieg von 12,9 Prozentpunkten in den Jahren 2022 auf 2023 dürfte allerdings mit der Ankunft von Geflüchteten aus der Ukraine verbunden sein.
Abbildung 13: Anteil von Ausländerinnen und Ausländern an den Bedarfsgemeinschaften SGB II

Quelle: Eigene Darstellung und Berechnung auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit 202433
Das Thema Migration und Armut hat in Regensburg seit dem letzten Bericht also erheblich an Bedeutung gewonnen. Wie bereits angeführt, sind insbesondere ältere Menschen ausländischer Herkunft von Armut betroffen.
Ein weiterer Indikator nach dem Institutionenansatz ist der Erhalt von Grundsicherung im Alter nach SGB XII. Im Stadtgebiet Regensburg hatten 26,9 % der Empfangenden von Grundsicherung im Alter eine ausländische Herkunft, wobei lediglich 7,2 % der Bevölkerung über 65 Jahren in Regensburg Ausländerinnen und Ausländer sind.34 Auffällig ist weiterhin, dass 57,6 % der genannten Leistungen an ausländische Frauen geht, was darauf hinweist, dass auch in Regensburg ältere Frauen mit ausländischer Herkunft ein hohes Armutsrisiko haben. Aber auch ausländische Frauen mit im erwerbsfähigen Alter beziehen mit einem Anteil von 58,1 % häufiger SGB-II Leistungen.35
Folgender Ausschnitt aus dem Sozial- und Demographiemonitoring der Stadt gibt einen Überblick über die räumliche Verteilung von Menschen mit ausländischer Herkunft in Regensburg:
Abbildung 14: Ausländeranteil nach Stadtgebieten

Quelle: Regensburger Sozialindex 202336, gelbe Pfeile nachträglich eingefügt
Auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass eine erhöhte Konzentration der ausländischen Bevölkerung im Stadtosten, rund um das Gleisdreieck (27, 28, 30, 32, 33, 35) vorherrscht. Dabei bewegen sich die prozentualen Anteile über das gesamte Stadtgebiet zwischen 7,0 % am Oberen und Unteren Wöhrd (7) und 68,3 % in der Zeißstraße-Benzstraße (35), was wiederum unmittelbar mit der Unterbringung von Geflüchteten zusammenhängt. Weiterhin ballt sich der Lebensraum von Menschen mit ausländischer Herkunft im Stadtnorden, z.B. in der Konradsiedlung Nord mit 31,4 % (17) und um die Isarstraße mit über 25 % (22, 23), als auch in vereinzelten Gebieten im (Süd-)Westen wie z.B. in Königswiesen Nord (49) mit 26,7 % und rund um die südliche Westheimsiedlung (57) mit 26,3 %.
30 Bayerisches Landesamt für Statistik 2024: Zensus 2022 Zahlen und Eckdaten für Regensburg (https://www.zensus2022.bayern.de/index.html; Zugriff: 27.11.2024), S. 6.
31 Bayerisches Landesamt für Statistik 2024: Zensus 2022 Zahlen und Eckdaten für Regensburg (https://www.zensus2022.bayern.de/index.html; Zugriff: 27.11.2024), S. 6.
Hier sei nochmals darauf hingewiesen: Dies sind Zensusdaten für das Jahr 2022, diese Anteile in der Bevölkerungsstruktur unterliegen ständigen Veränderung und können je nach Stichprobe und Datenquelle differieren.
32 Integrationsmonitoring der Länder 2021: Tabelle E6b.1 Armutsrisikoquoten der Bevölkerung mit Migrationserfahrung nach Zuzugszeitraum – Landesmedian korr. (https://www.integrationsmonitoring-laender.de/indikatoren-e-arbeitsmarkt-lebensunterhalt-e6b-armutsrisikoquote-ii-%E2%80%93-landesmedian.html; Zugriff: 23.03.2025).
33 Bundesagentur für Arbeit 2024: Strukturen der Grundsicherung SGB II (Zeitreihe Monats- und Jahreszahlen ab 2005) 1. Eckwerte Strukturen – Daten: Januar des jeweiligen Jahres. (https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/Aktuell/iiia7/zeitreihekreise-zr-gruarb/zr-gruarb-09375-0-xlsx.xlsx?__blob=publicationFile&v=1; Zugriff: 12.02.2024).
34 Bayerisches Landesamt für Statistik 2025: Tabelle 22151-001z (https://www.statistikdaten.bayern.de/genesis/online?operation=abruftabelleBearbeiten&levelindex=2&levelid=1742845370488&auswahloperation=abruftabelleAuspraegungAuswaehlen&auswahlverzeichnis=ordnungsstruktur&auswahlziel=werteabruf&code=22151-001z&auswahltext=&nummer=3&variable=3&name=KREISE&nummer=4&variable=4&name=NAT&werteabruf=Werteabruf#abreadcrumb; Zugriff: 24.03.2025).
Bayerisches Landesamt für Statistik 2025: Tabelle 12111-107s (https://www.statistikdaten.bayern.de/genesis/online?operation=abruftabelleBearbeiten&levelindex=2&levelid=1742845080692&auswahloperation=abruftabelleAuspraegungAuswaehlen&auswahlverzeichnis=ordnungsstruktur&auswahlziel=werteabruf&code=12111-107s&auswahltext=&nummer=2&variable=2&name=KREISE&werteabruf=Werteabruf#abreadcrumb; Zugriff. 24.03.2025).
35 Bundesagentur für Arbeit 2023: Migrationshintergrund nach § 281 Abs. 2 SGB III
– hochgerechnete Ergebnisse (Monatszahlen), 10/2023 (Tabellenblatt 3.5) (https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/202306/iiia4/migrationshintergrund-migh-hr/migh-hr-09-0-202306-xlsx.xlsx?__blob=publicationFile&v=1; Zugriff: 13.02.2024).
36 Stadt Regensburg 2023: Regensburger Sozialindex (https://www.regensburg.de/fm/121/statisitk-regensburger-sozialindex-2023.pdf; Zugriff: 12.03.2025).
Wenn wir diese ersten Befunde zur Stadt kurz zusammenfassen: Neben dem hohen Anteil an Hochqualifizierten (auch unter den Migrantinnen und Migranten), hat Regensburg auch eine nennenswerte Zahl an Menschen mit geringen oder gar keinen Berufs- und Bildungsabschlüssen (auch hier besonders bei der migrantischen Bevölkerung). Die Arbeitslosigkeit liegt unter dem Bundesdurchschnitt, ist jedoch – gerade auch im Vergleich zu Bayern – durchaus in Rechnung zu ziehen.
Regensburg hat eine vergleichsweise junge Bevölkerung mit geringer Familienprägung und vielen Alleinerziehenden. Auffällig ist der sehr hohe Anteil an Alleinlebenden, bei denen die Gruppe der alten Menschen besonders starke Zunahmen verzeichnet. Weiterhin hat die Stadt einen überdurchschnittlich hohen Bevölkerungsanteil an Migrantinnen und Migranten, die stark von Armutsgefährdung betroffen sind.37
Die Integration von migrantischen Menschen im Bereich der Bildung und des Arbeitsmarktes zählt laut der Bertelsmann Stiftung neben der Wohnungsproblematik und der Verhinderung von Segregation zu den wichtigsten Herausforderungen für den Demografietyp 7. Eine weitere zentrale Herausforderung ist die Sicherung der Lebensqualität älterer Menschen.38
Diese Herausforderungen, Fragen und Probleme werden in den folgenden Berichtsteilen unter dem theoretischen Rückgriff auf den Capability Approach behandelt.
37 Wegweiser Kommune 2020: Demografietypisierung 2020 Typ 7: Großstädte und Hochschulstandorte mit heterogener sozioökonomischer Dynamik (https://www.wegweiser-kommune.de/documents/20125/132144/Typ+7.pdf/0c94ae19-d800-f091-6b69-74d955bc08f0?t=1624448844898; Zugriff: 05.12.2024).
38 Ebd.